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Projektzertifizierung „Meerwind Süd | Ost“

Dreifache Pionierarbeit für optimale Performance.

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Fabio Pollicino Fabio Pollicino
Service Line Leader for Project Certification

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Case Meerwind Sud Ost

Das Projekt: Neuland
Der Offshore-Windpark „Meerwind Süd | Ost“ der WindMW GmbH besteht aus 80 Windenergieanlagen (WEA) und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 43 km². Er wurde budgetgerecht errichtet und war bei seiner Inbetriebnahme voll funktionsfähig. Der Windpark steht 23 Kilometer nordwestlich von Helgoland in einer Wassertiefe von 22 bis 26 Metern und liefert bis zu 288 Megawatt (MW) Strom, der durch die Umspannplattform, die Topside, in das Netz eingespeist wird. Aufgrund der großen Zahl der WEA sowie deren großer Entfernung von der Küste und der mit 149 Metern großen Höhe war die Errichtung des Windparks für alle Beteiligten eine Herausforderung. Bis dato gab es weltweit kein vergleichbares Projekt. Aufgrund der hohen Qualitätsstandards des Kunden bei der Sicherstellung des Mehrwerts von Windpark und Komponenten kamen insgesamt über 100 DNV GL-Fachleute zum Einsatz.

Das Ergebnis: höhere Leistung
Bei der Monopile-Gründung sowie der Installation von Transition-Pieces und der windparkinternen Umspannplattform konnte die Projektzertifizierungsorganisation DNV GL die technische Pionierarbeit in drei zentralen Punkten unterstützen. Dadurch gelang es, die Kosten vor und während des Baus so gering wie möglich zu halten.
Durch beispiellose technische Fachkompetenz und enge Zusammenarbeit leistete DNV GL einen entscheidenden Beitrag zur steigenden Performance von „Meerwind Süd | Ost“. „Wir entschieden uns für DNV GL, weil das Unternehmen erfahrene und gut geschulte Fachleute für erneuerbare Energien, umfangreiche Ressourcen und internationales Know-how mitbringt. Dadurch gelang es uns, effiziente Lösungen zu finden“, fasst Jens Assheuer, Geschäftsführer der WindMW, zusammen.

Bahnbrechende Errungenschaften

1. Monopile-Gründung: effiziente, zielorientierte Entwicklung durch enge Partnerschaft
Vor „Meerwind Süd | Ost“ gab es in der deutschen Nordsee keine vergleichbare Offshore-Anlage. Auf 149 Meter hohe Offshore-WEA mit einem 120 Meter-Rotordurchmesser, fernab von der Küste, wirken im Laufe der berechneten Laufzeit von mehreren Jahrzehnten ganz besondere Belastungen ein. Daher war es für die Ingenieure von WindMW und DNV GL eine außerordentliche Herausforderung, ein sicheres und zugleich kosteneffizientes Fundament zu finden.

Den hochkomplexen Entwicklungsprozess der Lösung begleitete DNV GL von Anfang an intensiv. Durch das frühe Zusammenspiel von Bauherr und Zertifizierungsstelle wurde eine effiziente, zielorientierte Entwicklungsarbeit möglich, die einen leistungsoptimierten Windparkbetrieb zur Folge hatte. Besonders durch die externe Sichtweise von DNV GL wurden neue Ansätze einer nachhaltigen Entwurfsoptimierung im Hinblick auf die gesamte Lebensdauer umgesetzt.

2. Verbindung von Monopiles und Transition-Pieces: schnellere Installation
Monopiles und Transition-Pieces dieser Dimension – bis zu 700 Tonnen Einzelgewicht – waren noch nie zuvor miteinander verbunden worden. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass der Bau im Winter stattfand: Zur Verarbeitung des verwendeten Betons durfte die Temperatur fünf Grad Celsius nicht unterschreiten. Auch die für den Bau zulässige Wellenhöhe und Windgeschwindigkeit sorgten für große Einschränkungen.

Innerhalb weniger Tage konnten die Fachleute von DNV GL unabhängige Nachweise dafür liefern, dass der Bau auch bei niedrigeren Temperaturen, größerer Wellenhöhe und stärkerem Wind als zunächst angenommen möglich wäre. So verkürzten sich Bauzeit und Installationsdauer des Projekts, das in der Folge innerhalb des Budgets blieb.

3. Windparkinterne Umspannplattform: Synchronisierung von 80 Stromflüssen unter Offshore-Witterungsbedingungen
Davon abgesehen, dass Offshore-Umspannplattformen ganz anderen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind als bei Onshore-Projekten, bestand die größte Herausforderung in der Synchronisation von 80 verschiedenen Stromflüssen durch die Topside. Umfangreiches Equipment war erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen – und da es weltweit noch keine vergleichbaren Projekte gegeben hatte, gab es auch keinerlei Erfahrungen, auf die man hätte zurückgreifen können.

DNV GL-Experten aus allen Geschäftszweigen wie z. B. Öl und Gas oder Maritime kamen zusammen, um Druckleitungen sowie Elektro- und Sicherheitssysteme auszuwerten und die bestmögliche Lösung für WindMW zu finden.

„In Sachen Qualitätssicherung möchten wir stets an der Spitze der Entwicklung stehen. Mit der Projektzertifizierung von DNV GL können sich unsere Kunden voll und ganz darauf verlassen, dass ihr Windpark so sicher und kosteneffizient wird, wie geplant (und bestellt). In enger Zusammenarbeit mit den Kunden reizen wir die Grenzen aus und erzielen so eine höhere Rentabilität“, so Fabio Pollicino, Global Service Line Leader for Project Certification bei DNV GL. Robert Grohe, Senior Engineer bei DNV GL, ergänzt: „Die Erfahrungen, die wir im Rahmen dieses Projekts gesammelt haben, werden uns bei künftigen, noch weiter von der Küste entfernten Projekten zugutekommen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Kunden in der Zukunft entsprechende Herausforderungen zu meistern.“