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LNG als Brennstoff

Die heutige und zukünftige Nutzung von LNG als Brennstoff für Schiffe

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Die meisten der weltweit operierenden Schiffe sind auf fest planbaren Routen unterwegs. Damit ist ein Bunkern entweder mit festen Bunkerstationen oder mit flexiblen wie LKWs oder Bunkerschiffen möglich.

Fortschritt auf dem Weg zur landseitigen Versorgung

Die infrastrukturelle Prozesskette besteht im Wesentlichen aus:


Förderung von Erdgas >> Verflüssigung zu LNG >> Transport >> Zwischenlagerung >> Verteilung bis hin zum Schiff


Die Förderung, Verflüssigung, Transport und Zwischenlagerung ist etabliert – ein Beispiel ist Rotterdam, wo LNG bereits im Gate-Terminal verfügbar ist, und Swinemünde, wo ein Terminal gebaut wird.
Die weitere Verteilung – „Small Scale LNG“ – genannt, kann grundsätzlich mit Hilfe von LKWs, Containern, festen Bunkerstationen oder Bunkerbarges geschehen.


Die LNG-Infrastruktur lässt sich in zwei Kategorien aufteilen:
1. Full-Scale Infrastruktur: Umfasst große Verflüssigungsanlagen und Importterminals mit Tanks, die eine Kapazität von mehreren hunderttausend Kubikmetern haben. Dieser Teil der Infrastruktur ist kommerziell und technisch bereits gut etabliert.
2. Small-Scale Infrastruktur: Umfasst LNG-Versorgungsquellen, wie z.B. Importterminals und LNG-Stationen für Endverbraucher. Dieser Teil der Infrastruktur befindet sich noch im Aufbau, welcher durch Institutionen wie die EMSA und die Europäische Kommission vorbereitet wird.

Wertschöpfungskette

Die Verschiffung von LNG als Fracht begann in den 50er Jahren mit einem einzigen Schiff. Heute umfasst die LNG-Flotte weltweit mehrere hundert Tanker mit Ladevolumen von 1.000 m3 bis 266.000 m3. Die dahinterliegende Industrie ist mit den entsprechenden Preismechanismen, bewährten Vertragsmodellen, erprobten Technologien und Betriebsabläufen gut etabliert. Der Wirtschaftszweig stellt die Verbindung zwischen LNG-Produktions- und Verflüssigungsanlagen sowie zu den Importterminals auf der Verbraucherseite her. Der Re-Export und die Lieferung kleinerer LNG-Mengen von Import- oder Exportterminals an Endverbraucher, wie Schiffen, sind momentan noch nicht industrialisiert. Technisch ist beides jedoch möglich und wird auch in Einzelprojekten bereits umgesetzt. Dieser Industriezweig befindet sich im raschen Aufbau und verspricht großes wirtschaftliches Potential.   LNG value chain

LNG als Kraftstoff für Schiffe in Europa

LNG-Importterminals unterschiedlicher Größe sind in Nordeuropa bereits vorhanden, insbesondere in Frankreich, Belgien und den Niederlanden, in England am Ärmelkanal, in Norwegen entlang der Nordseeküste sowie in Polen, Litauen und Schweden entlang der Ostseeküste. Terminals gibt es zudem in Spanien, sowie am Mittelmeer in Italien, Griechenland und der Türkei. Sie dienen hauptsächlich zur Versorgung mit Gas. In anderen europäischen Ländern gibt es auch Small-Scale LNG-Stationen für die lokale Belieferung, und auch in den Flotten führender europäischer Automobilhersteller gibt es bereits die ersten, mit LNG angetriebenen LKWs. Um eine lückenlose LNG-Infrastruktur in ganz Nordeuropa und darüber hinaus aufzubauen, müssen diese bestehenden Einrichtungen in eine Lieferkette eingebunden werden.

Mehr Informationen (ENG)
LNG in the US

LNG in Nord Amerika

Die positive Haltung der US-Seeschifffahrt gegenüber LNG sowie das große Angebot an kostengünstigem Erdgas in Nordamerika haben zu einem Boom bei LNG-Projekten in den USA geführt. Mehrere Reeder beabsichtigen, mit Unterstützung von DNV GL auf LNG umzustellen, um die sowohl in den nordamerikanischen Überwachungsgebieten (Emission Control Areas - ECA) geltenden strikten Emissionsgrenzwerte einzuhalten als auch die Anforderungen der kalifornischen Phase II Ocean Going Vessel (OGV) Clean Fuel Regulation (=Verordnung über sauberen Brennstoff für Seeschiffe) zu erfüllen. LNG nimmt Fahrt auf und gibt Werften zugleich die Gelegenheit, neue Kompetenzen zu entwickeln und anzuwenden und treibt die Entwicklung der Infrastruktur im ganzen Land voran.

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