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DNV GL Container Ship Forum stellt neue Bauvorschriften vor und diskutiert Branchentrends

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Auf dem Container Ship Forum in Hamburg von DNV GL kamen kürzlich rund 50 Reeder, Schiffsbetreiber und Vertreter der maritimen Branche zusammen, um über aktuelle Trends zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die neuen Bau- und Klassifikationsvorschriften, kommende Vorgaben der EU für Schiffe in europäischen Häfen sowie ein von DNV GL entwickeltes umweltfreundliches Großcontainerschiffkonzept mit Flüssiggasantrieb (LNG).

Zum Auftakt der Fachveranstaltung stellten Arne Schulz-Heimbeck, Head of Section Structures Research & Development bei DNV GL, und Marcus Ihms, Ship Type Expert Container bei DNV GL, die neuen Bauvorschriften für die Stahlkonstruktion künftiger  Containerschiffe vor.
„Ein Highlight der neuen Schiffbauvorschriften ist das Equivalent Design Wave Konzept, das in einer deutlich verbesserten Form erstmalig für alle Schiffstypen zur Anwendung kommt“, erklärt Schulz-Heimbeck. „Mehr Flexibilität und eine Öffnung der Regeln für innovatives Design bringen Schiffsbetreibern Vorteile: Designs mit konsistenten, klar definierten Sicherheitsmargen und der Möglichkeit, Stahl effizienter einzusetzen.“

„Die eindeutige Identifizierung aller Lastanteile und Designkriterien, die zu einer Dimensionierung beitragen, ermöglicht es dem Designer, die Schiffsstruktur hinsichtlich verschiedener Zielgrößen zu verbessern“, ergänzt Ihms. Für Schiffe bis ca. 3.500 TEU eröffnet DNV GL mit den flexibleren und auf moderne Computerberechnungen gestützten Regeln die Chance,  das Stahlgewicht bis zu 1%  gegenüber bisherigen Klasseregeln für Containerschiffe zu reduzieren. „Bedingungen des Schiffsbetriebs fließen in die Überlegungen mit ein. Viele kritische Fragen nach der je Schiff nötigen Höhe des Wellenbrechers oder der Rissverhinderung beim Stahl lassen sich präziser als bisher beantworten“, so Ihms weiter.

Grenzwerte für Emissionen und wie sich Schiffsantriebe hierfür fit machen lassen, erläuterte Markus Osterkamp, Head of Section Environmental Certification bei DNV GL. Der Fokus lag dabei auf Systemen, die Abgase mithilfe von Selektiver Katalytischer Reduktion (SCR) reinigen und deren konkrete Anwendbarkeit. Torsten Mundt, Environmental Research bei DNV GL, beleuchtete die Abgasthematik im Licht der von der EU-Kommission auf den Weg gebrachten Regeln zu Monitoring, Reporting and Verification (MRV). Hier sei aufgrund der im Einzelnen noch unklaren Bestimmungen rechtlicher Rat für Schiffsbetreiber wichtig. DNV GL plant ein integriertes, Web-basiertes Tool zu diesem Komplex.

Wie ein Großcontainerschiff ohne Verbrennungsmotor zu bauen ist, präsentierte Dr. Gerd Würsig, Business Director LNG-fuelled Ships bei DNV GL, anhand des Konzeptschiffs PERFECt (Piston Engine Room Free Efficient Containership). Vergleichbar mit einem 20.000 TEU fassenden Schiff, wird der Entwurf mit LNG über eine kombinierte Gas- und Dampfturbine mit Energie versorgt und elektrisch angetrieben. „Wir haben mehr als 200 Komponenten bei einer Hin- und Rückfahrt China-Europa simuliert“, so Würsig. Das Ergebnis ist nicht nur ein sauberer LNG-Antrieb – es passen rund 700 Container mehr als bei einem herkömmlichen Schiff gleicher Größe an Bord. Die Verbrennungsmotoren und deren Wartung entfallen. Auch mit diesem Konzept eröffnet DNV GL Schiffsbetreibern Sparpotenziale. „Allein für die 700 nun zusätzlich transportierten Container wären im Falle eines Schiffsneubaus rund 4 Mio. Euro zu veranschlagen“, sagte Würsig.