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Neue Chancen für KWK-Anlagenbetreiber mit dem KWKG 2016

Mit der Neufassung des KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) vom 21.12.2015 wurde die bisherige Förderpraxis umfangreich geändert.

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Robert Huhn Dr. Robert Huhn
Projektleiter Integrierte Energiesysteme
Telefon: +49 (0)351 8718902
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Die weitreichendste Änderung des neuen KWKG ist die Fokussierung auf die öffentliche Versorgung. Damit werden Eigenversorgungsanlagen nur noch in Ausnahmefällen und mit verringertem Fördersatz unterstützt. Der Gesetzgeber hat erkannt, dass gerade effiziente gasbetriebene KWK-Anlagen aufgrund der niedrigen Stromhandelspreise weit unter den potenziell möglichen Laufzeiten liegen und fördert nun hauptsächlich KWK-Strom, der in ein Netz der öffentlichen Versorgung einspeist wird. Neu eingeführt wurde aus demselben Grund die Förderung für gasgefeuerte KWK-Bestandsanlagen.

Förderung von Bestandsanlagen
Mit dem KWKG 2016 wurde erstmalig die sogenannte Bestandsförderung in Höhe von 1,5 Ct/kWh eingeführt. Nach § 13 KWKG erhalten Betreiber von gasbefeuerten Anlagen größer 2 MW Leistung in den Jahren 2016 bis 2019 den Zuschuss bis zu 16.000 Vollbenutzungsstunden.

Infografik §13 Bestandsanlagen BrandColours

Wenn Ihre Anlagen demnächst modernisiert werden sollen, ist es von Vorteil, den Zeitpunkt der Modernisierung mit Bedacht und strategisch zu wählen. So könnten Anlagen, unter Berücksichtigung eventuell notwendiger Revisionen, weiterhin gefahren werden, um die Förderung für Bestandsanlagen zu erhalten. Damit ergibt sich die Möglichkeit, das Anlagenkonzept grundsätzlich auf Zukunftssicherheit zu überprüfen und insbesondere die Förderung nach KWKG zu optimieren.
Entscheidend dabei ist, dass die Förderung der Modernisierung erst ab Aufnahme des Dauerbetriebs der KWK-Anlage für 30.000 Vollbenutzungsstunden läuft. Damit könnten Anlagenbetreiber Bestandsförderung und Förderung der Modernisierung in Anspruch nehmen, ohne Einbußen in der Förderdauer in Kauf nehmen zu müssen.

Für Ihre Anlagen unterstützen wir Sie gern bei der Erstellung von strategischen Modernisierungskonzepten zur optimalen Ausschöpfung der Fördermöglichkeiten nach KWKG 2016.

Förderung von neuen oder modernisierten KWK-Anlagen
Betreiber von neuen und modernisierten Anlagen über 2 MWel profitieren von den um bis zu 80 % gestiegenen Fördersätzen für KWK-Strom. Damit können Anlagenkonzepte, die unter den bisherigen Förderbedingungen nicht tragbar waren, erneut auf Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Gefördert werden alle KWK-Anlagen, in denen gasförmige oder flüssige Brennstoffe zum Einsatz kommen für den Anteil KWK-Strom, der in das Netz der öffentlichen Versorgung eingespeist wird.

Fördersätze KWKG

Eigenbedarfsanlagen werden nur noch bis 100 kW mit einem verringerten Satz gefördert. Größere Eigenversorgungsanlagen erhalten nur in Ausnahmefällen eine Förderung.

DNV GL kann Sie mit der Erstellung von Entscheidungsvorlagen für Investitionen zum Neubau oder zur Modernisierung von KWK-Anlagen, Fernwärmenetzen oder Wärmespeichern unterstützen.

Sachverständigengutachten nach FW 308 und Hocheffizienznachweis
Ein KWK-Sachverständigengutachten ist für Anlagen > 2 MW erforderlich, um die Förderung nach KWKG in Anspruch nehmen zu können – sowohl für die Förderung einer KWK-Bestandsanlage nach § 13 KWKG als auch für den Neubau oder die Modernisierung einer KWK-Anlage nach §§ 6 ff. KWKG.
DNV GL bietet die Erstellung von KWK-Sachverständigengutachten nach FW 308 inklusive der Hocheffizienzbetrachtung im Sinne der Richtlinie 2012/27/EU basierend auf den Komponenten- und Anlagenkenndaten der KWK-Anlagen an. Zudem kann auf Grundlage des im Gutachten festgelegten Bilanzierungsweges ein Excel-basiertes Tool zur Ermittlung der KWK-Nettostromeinspeisung im Bilanzzeitraum entwickelt werden.