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Onshore-Wind in Deutschland

1. Ausschreibungsrunde 2018 für Windenergie an Land beendet

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Michael Lange Michael Lange
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Onshore wind

Am 20. Februar hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Ergebnisse der ersten Gebotsrunde im Jahr 2018 zu Ausschreibungen für Windenergie an Land bekanntgegeben. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 4,73 ct/kWh und damit deutlich über den entsprechenden Werten der letzten zwei Gebotsrunden (4,28 ct/kWh im August 2017, 3,82 ct/kWh im November 2017). Einen bedeutenden Einfluss auf das Ergebnis dieser Gebotsrunde hatte die Anpassung der Ausschreibungsbestimmungen für Bürgerenergiegesellschaften.

DNV GL stellt eine detaillierte Zuschlagsliste sowie zentrale Daten zu den bisher beendeten Ausschreibungsrunden zum Download bereit. Diese Liste wurde auf Grundlage von öffentlich verfügbaren Informationen zusammengestellt.

Durch den Bundestagsbeschluss vom 29. Juli 2017 wurden die Anforderungen für Bürgerenergiegesellschaften (BEG) für die ersten beiden Gebotsrunden in 2018 angepasst (s. EEG 2017 §104 Abs. 8). Entgegen der bisherigen Regelung benötigen BEGs eine BImSchG-Genehmigung um an einer Ausschreibung teilzunehmen und es besteht keine 24-monatige Fristverlängerung für die Inbetriebnahme des Windparks. Basierend auf dem aktuellen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vom 7. Februar 2018 wird davon ausgegangen, dass auch zukünftig eine vorliegende BImSchG-Genehmigung als Gebotsvoraussetzung gelten wird (s. Koalitionsvertrag 2018 Kap. VI.3 Z. 3270 ff.).

Der Höchstwert für Gebote in allen Ausschreibungsrunden 2018 wurde gemäß EEG 2017 §85a durch eine Ermessensentscheidung der BNetzA am 29. November 2017 auf 6,3 ct/kWh festgelegt, dies entspricht dem Höchstwert von 2017 minus 10%. Basierend auf der rechnerischen Ermittlung der Höchstwerte (EEG 2017 §36b Abs. 2) hätte der Höchstwert in der ersten Ausschreibung 2018 bei etwa 5,0 ct/kWh gelegen. Der höchste bezuschlagte Gebotswert in dieser Ausschreibungsrunde lag bei 5,28 ct/kWh. Diese insgesamt vierte Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land war um annähernd 40 % überzeichnet, wohingegen die Ausschreibungen in 2017 zweieinhalb- bis dreifach überzeichnet waren. Wie bereits in den letzten zwei Gebotsrunden wurde die Obergrenze für das im Netzausbaugebiet zu vergebende Volumen unterschritten.

Im Gegensatz zu den vorangegangen Gebotsrunden erhielten BEGs einen deutlich geringeren Anteil der Zuschläge (19 von 83 Zuschlägen). Im Jahr 2017 gingen über 90 % der Zuschläge an BEGs, wobei für einen Großteil dieser Projekte zum Gebotszeitpunkt keine BImSchG-Genehmigung vorlag.

Während in den vorherigen Ausschreibungen bis zu 68% des Ausschreibungsvolumens auf eine einzelne Bietergruppe entfielen, war in der ersten Gebotsrunde 2018 eine deutlich größere Anzahl an Bietergruppen erfolgreich ohne eine Dominanz einzelner Bietergruppen.

Die geographische Verteilung der Zuschläge in der dieser Gebotsrunde zeigt eine relativ große Anzahl von bezuschlagten Projekten in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zudem entfallen erneut viele Zuschläge auf Projekte in den östlichen Bundesländern.

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Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei den Zuschlagswerten nicht um die tatsächliche Vergütung der Windparks handelt. Diese ergibt sich näherungsweise aus dem Zuschlagswert multipliziert mit einem von der Standortgüte bzw. dem Energieertrag des Windparks abhängigen Korrekturfaktor im Bereich von 79% bis 129%.

Am 1. April 2018 wird die erste gemeinsame Ausschreibung für Wind an Land und Solaranlagen durchgeführt. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass in der letzten Ausschreibung für Solaranlagen der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert 4,33 ct/kWh betrug und somit niedriger war als der entsprechende Wert von Windenergie an Land (4,73 ct/kWh).