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Onshore-Wind in Deutschland

3. Ausschreibungsrunde für Wind an Land beendet

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Paul Leask Paul Leask
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Onshore wind

Am 22. November hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Ergebnisse der dritten Gebotsrunde der Ausschreibungen für Wind an Land bekanntgegeben. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert von 3,82 ct/kWh ist gegenüber der ersten Gebotsrunde (5,71 ct/kWh) und zweiten Gebotsrunde (4,28 ct/kWh) weiter gesunken.

Bei den genannten Zuschlagswerten handelt es sich nicht um die tatsächliche Vergütung der Windparks. Die tatsächliche Vergütung ergibt sich näherungsweise aus den Zuschlagswert multipliziert mit einem von der Standortgüte bzw. dem Energieertrag des Projektes abhängigen Korrekturfaktor im Bereich von 79% - 129%.

DNV GL stellt eine detaillierte Zuschlagsliste sowie zentrale Daten zu den bisher beendeten Ausschreibungsrunden zum Download bereit. Diese wurden auf Grundlage öffentlich verfügbarer Informationen zusammengestellt.

Die dritte Ausschreibungsrunde war mehr als doppelt überzeichnet (210 Gebote, 2,591 MW), wobei die Obergrenze für das im Netzausbaugebiet (NAG) zu vergebende Volumen deutlich unterschritten wurde. Ob dies an einer zu geringen Anzahl von Geboten aus der betreffenden Region liegt oder ob entsprechende Gebote aus dem NAG aufgrund eines zu hohen Gebotswert nicht bezuschlagt wurden, ist zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Wie auch schon in den vorangegangen Gebotsrunden geht der überwiegende Teil der Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften (BEG, Definition s. EEG 2017 §3 Nr.15), die 99% des bezuschlagten Volumens (993 MW von 1000 MW) auf sich vereinen. Von den insgesamt 61 bezuschlagten Projekten ist lediglich ein Projekt nicht als BEG definiert. Während in den ersten beiden Ausschreibungsrunden 11% bzw. 12% der bezuschlagten Projekte eine BImSchG-Genehmigung vorweisen konnten, so liegt in der dritten Ausschreibungsrunde diese Genehmigung nur bei einem der bezuschlagten Projekte vor. In diesem Zusammenhang wurde am 29. Juli 2017 im Bundestag beschlossen, dass entgegen der aktuellen Anforderungen BEG für die ersten beiden Gebotsrunden in 2018 (1. Februar und 1. Mai) eine BImSchG-Genehmigung benötigen um am Verfahren teilzunehmen (s. EEG 2017 §104 Abs. 8).

Die geographische Verteilung der Zuschläge in der dritten Gebotsrunde zeigt eine relativ große Anzahl von bezuschlagten Projekten in Nordrhein-Westfalen, zudem entfallen erneut viele Zuschläge auf Projekte in den östlichen Bundesländern.

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Weiterhin gibt es, ähnlich wie in der vorangegangenen Gebotsrunden, Bietergruppen, die mit mehreren Zuschlägen einen großen Anteil des Ausschreibungsvolumens auf sich vereinen konnten. Die größte Bietergruppe erhielt nach dem derzeitigen Wissensstand 23 Zuschläge (93 Anlagen, 409,5 MW). Dies entspricht 41% des Ausschreibungsvolumens der dritten Gebotsrunde.

Basierend auf der rechnerischen Ermittlung der Höchstwerte (EEG 2017 §36b Abs. 2) hätte der Höchstwert in der ersten Ausschreibung 2018 bei etwa 5,00 ct/kWh gelegen. Anstelle dessen kam es am 29. November zu einer Ermessensentscheidung der BNetzA gemäß EEG 2017 §85a, wodurch der Höchstwert in allen vier Ausschreibungen 2018 auf 6,3 ct/kWh festgelegt wurde, dies entspricht dem Höchstwert von 2017 minus 10%.